Peter Köster

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2. Sitzung: Unterrichtsplanung im Spannungsdreieck von praktischer Umsetzung, administrativen Vorgaben und fachdidaktischen Überlegungen

 

1. Die praktische Umsetzung: Hierbei geht es v.a. um die in der 1. Sitzung behandelten grundlegenden Aspekte von Planung. Ergänzt werden diese durch Anregungen zur praktischen Umsetzung durch Beiträge in Fachzeitschriften wie 'Unterricht Bioloige', durch Materialien aus Büchern sowie selbst erstellten Materialien.

 

2. Die administrativen Vorgaben: Hierbei handelt es sich v.a. um die Vorgaben der Kernlehrpläne (KLP) sowie die Konkretisierungen im schulinternen Curriculum.

Der Aufbau der KLP ist recht einfach: es wird zunächst zwischen den Kompetenzbereichen (Prozessen) und den Inhaltsfeldern (Gegenständen) unterschieden. Gemeinsam münden sie in den Kompetenzerwartungen, also letztlich in der Verknüpfung aus Können und Wissen


Die Kompetenzbereiche gliedern sich auf in: Umgang mit Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung.

Während es sich bei dem Kompetetenzbereich 'Umgang mit Fachwissen' eher um Konzeptbezogene Kompetenzen handelt, sind die übrigen drei eher prozessbezogen. Konzeptbezogen bedeutet, dass hier grundlegende biologische Basiskonzepte zu Grunde liegen. Diese sind:
System, Struktur + Funktion, Entwicklung.

 

Die Inhaltsfelder in der Oberstufe umfassen:

  • für die Einführungsphase: Biologie der Zelle, Energiestoffwechsel
     
  • für die Qualifikationsphase: Genetik, Neurobiologie, Ökologie, Evolution

 

Hat man diese Grundstruktur einmal verstanden, ist die zielgerichtete Suche nach inhaltlichen Schwerpunkten recht simpel.
Ein Beispiel:

Sie übernehmen in der EF im Rahmen des AU für einige Stunden den Unterricht. Um zu erfahren, welche Themen in nächster Zeit zu behandeln sind, gibt Ihnen - neben den Auskünften des Ausbildungslehrers - auch der KLP Auskunft: Zellaufbau und Biomembranen sind bereits im Kurs abgehandelt. Für das 1. Inhaltsfeld stehen als inhaltliche Schwerpunkte nun noch 'Stofftransport', 'Funktion des Zellkerns' sowie 'Zellverdopplung und DNA' an. In der Übersicht auf Seite 22 (KLP Sek II) sind neben den thematischen Zuordnungen zu den Basiskonzepten die entsprechenden Kompetenzerwartungen - die es einzuführen bzw. einzuüben gilt - aufgelistet. Daran können Sie sich jetzt orientieren und sich im nächsten Schritt mit Hilfe des schulinternen Curriculums den thematischen Konkretisierungen widmen.

 

3. fachdidaktische Überlegungen: Bei der Planung von Unterricht geraten Sie bewusst oder unbewusst in Denkprozesse, die sich mit der Ausgestaltung (inhaltlich, methodisch, sozial ...) Ihres Unterrichts befassen. Im Rahmen Ihrer Ausbildung sollten diese Prozesse zunehmend bewusst und zielgerichtet ablaufen. Als Grundlage hierfür dient das Modell der 'didaktischen Rekonstruktion', welches ein interdependentes Dreieck aus didaktischer Strukturierung, fachlicher Klärung und der Berücksichtigung der Lernerperspektive bildet. Oft sind wir davon überzeugt, dass uns die fachliche Klärung relativ leicht gelingt. Dies ist oft ein Irrtum. Berücksichtigung müssen hier folgende Prinzipien finden: sektorale und strukturelle Reduktion sowie didaktische Transformation. Diese 'Vereinfachungsprozesse' münden dann in der didaktischen Rekonstruktion in einem Gestaltungsprozess, der oft wieder zu einer fachlichen Komplexität führt. Hierbei gilt es, den SuS einen guten thematischen Zugang zu bieten. Dieser gelangt bestenfalls durch die Integration der Präkonzepte von SuS in Form vom Alltagsvorstellungen und Alltagswissen. Dieser Zugang ist sehr dienlich und schülerorientiert (=Stärkung der 2. Säule 'konsequente Schülerorientierung' aus Sitzung 1). Gelingt diese 'Brücke' nicht, oder nur sehr konstruiert, dann hilft ein instruierender, auf den Unterrichtskontext bezogener Einstieg, um zunächst den 'thematischen Rahmen' zu spannen. 

 

 

 

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